{"id":867,"date":"2011-02-12T20:58:09","date_gmt":"2011-02-12T18:58:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ekimeissenheim.de\/?page_id=867"},"modified":"2016-08-25T11:40:01","modified_gmt":"2016-08-25T09:40:01","slug":"zur-geschichte-der-kirchengemeinde","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ekimeissenheim.de\/?page_id=867","title":{"rendered":"Zur Geschichte der Kirchengemeinde"},"content":{"rendered":"<p>Aus einer Urkunde aus dem Jahr 1136 l\u00e4sst sich entnehmen, dass das Kloster Schuttern das Patronat \u00fcber die Kirche und einen Freihof mit vielen Liegenschaften in &#8222;Kirchcelle&#8220; innehatte.<br \/>\nDer Name K\u00fcrzell, oder wie er fr\u00fcher lautete &#8222;Kirchzell&#8220; bedeutet also Zelle mit Kirche. Daraus ist zu schlie\u00dfen, dass das Dorf K\u00fcrzell auf eine Gr\u00fcndung von M\u00f6nchen zur\u00fcckgeht.<\/p>\n<p>Der erste Geistliche wird 1419 erw\u00e4hnt, ein &#8222;Herr Thumann von Schuttern, Luitpriester zu Kirtzel&#8220;.<\/p>\n<p>1564 als bereits die Reformation am Oberrhein begonnen hatte, setzte der Abt von Schuttern nach vielen Klagen der Gemeinde \u00fcber den Lebenswandel des amtierenden Priesters den Prior aus seinem Kloster, Johannes Manhardt, zum Pfarrherrn in K\u00fcrzell ein. Zuvor musste dieser allerdings einen Revers unterschreiben, dass er nicht heiraten w\u00fcrde. Aber schon nach enem Jahr schickte er diesen Revers an den Abt zur\u00fcck und lie\u00df sich mit einer Margareta N. aus Augsburg trauen.<br \/>\nAuf eine Bericht des Abtes von Schuttern an den Bischof von Stra\u00dfburg befahl dieser die Absetzung des ungehorsamen Pfarrers. Doch musste der Abt nun dem Bischof berichten: <em>&#8222;Das Volk sei ganz \u00fcbel damit zufrieden, sie wollten keinen anderen Kirchendiener, es sei auch in langen Jahren bei keinem Pfarrherrn ein solcher Ernst bei dem Volk zur Kirchen und allem Gottesdienst gesp\u00fcrt worden.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Pfarrer Manhardt wurde also wieder als Pfarrer eingesetzt, was dem Abt recht war, weil er meinte, solange der Prior in K\u00fcrzell bleibe, werde &#8222;kein offener Abfall&#8220; stattfinden. Darin irrte er sich freilich, Manhardt trat mit der ganzen Gemeinde zum lutherischen Bekenntnis \u00fcber.<br \/>\nAuch nach dem Tod von Manhardt (1574) wurden K\u00fcrzell und die Filiale Schutterzell von evangelischen Predigern versorgt.<\/p>\n<p>1622 kam Peter B\u00fcmler (oder Bimler) als Ortspfarrer nach K\u00fcrzell. In seine Amtszeit f\u00e4llt die Teilung der Herrschaft Lahr-Mahlberg im Sommer 1629 zwischen dem evangelischen Grafen von Nassau udn dem katholischen Markgrafen von Baden. K\u00fcrzell und Schutterzell fielen mit Mahlberg, Ichenheim, Dundenheim, Ottenheim, Friesenheim dem katholischen Markgrafen von Baden zu.<\/p>\n<p>Kaum war diese Entscheidung getroffen, als an den Grafen Ludwig von Nassau eine flehentliche Bitte kam, alles aufzubieten, <em>&#8222;dass wir und unsere armen Kinder bey dem freyen Exercitio der bis dato gehabten Religion und reinen Gottesdiensts m\u00f6chten gelassen werden.&#8220;<\/em> Diese Eingabe war unterzeichnet von &#8222;Schulthei\u00df, Gericht und Gemeinde&#8220; der D\u00f6rfer, die dem katholischen Baden zugesprochen wurden, darunter auch K\u00fcrzell.<br \/>\nDie Teilung wurde am 1. Oktober 1629 vollzogen und Markgraf Wilhelm von Baden-Baden wollte mit aller Macht den katholischen Glauben wieder einf\u00fchren. Bereits am 18. Oktober 1629 wurden die Pfarrer der Herrschaft Mahlberg nach Friesenheim befohlen, dort wurde ihnen mitgeteilt, dass sie ihre Pfarr\u00e4mter und das Land innerhalb von 4 Wochen verlassen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>1647 wurden alle evangelischen Versammlungen bei Strafe verboten.<br \/>\n1650 kam der Befehl, die Kirchh\u00f6fe (Friedh\u00f6fe) zu teilen in eine evangelische und eine katholische Seite. 1656 wurde befohlen, den lutherischen Kindern Religionsb\u00fccher und Religionssachen wegzunehmen. Auch wurde verboten, den &#8222;injuirosen&#8220; (beleidigenden) Psalm zu singen: &#8222;Erhalt uns Herr bei deinem Wort!&#8220;.<\/p>\n<p>Nach dem Tod Pfarrer B\u00fcmlers (17. Juli 1659) bitten die Evangelischen in K\u00fcrzell und Schutterzell um einen Pfarrer, worauf sie nach Ottenheim verwiesen werden.<br \/>\nSchlie\u00dflich gestattet der Markgraf ihnen, bisweilen aus der Nachbarschaft einen Pr\u00e4dikanten kommen zu lassen. Alle weiteren Bitten der beiden Gemeinden werden zun\u00e4chst auf das Betreiben des Abtes von Schuttern abgelehnt.<\/p>\n<p>1695 verbot der Amtmann des Markgrafen, Olisy, den Evangelischen den Gebrauch der Kirche, was allerdings auf die Dauer nicht durchf\u00fchrbar war. K\u00fcrzell wurde in den Jahren 1660-1772 von Ottenheim, Ichenheim oder Kippenheim aus gelegentlich versorgt.<\/p>\n<p>1757 richtet die Gemeinde K\u00fcrzell die Bitte an den Landesherrn, den Vikar von Kippenheim, der bisher nur viertelj\u00e4hrlich den Gottesdienst versehen habe, allsonnt\u00e4glich predigen zu lassen. Nach vorheriger Ablehnung wurde die Bitte 1763 <em>&#8222;aus purer und jederzeit widerruflicher landesv\u00e4terlicher Gnade&#8220;<\/em> genehmigt.<\/p>\n<p>1771 starb der katholische Markgraf August kinderlos, so ging die Herrschaft \u00fcber an die evangelische Linie der Markgrafen von Baden-Durlach. Durch Markgraf Karl-Friedrich wurden die Verh\u00e4ltnisse in der Herrschaft Mahlberg geordnet und K\u00fcrzell mit Schutterzell erhielt wieder einen eigenen evangelischen Pfarrer.<\/p>\n<p>Am 24. Juni 1772 hielt Pfarrer Johannes Friedrich Lapp von Emmendingen, bisher Hof- und Stadtvikar in Karlsruhe, seine Antrittspredigt. Er war bis 1780 Pfarrer in K\u00fcrzell.<\/p>\n<p>Bis zur Aufl\u00f6sung des &#8222;Simultaneums&#8220; im Jahre 1960 wurden die Gottesdienste beider Konfessionen in der heutigen katholischen Kirche (erbaut 1834 im Weinbrennerstil) gefeiert.<br \/>\nAm 4. Juni 1961 erfolgte der ersten Spatenstich f\u00fcr den Bau einer eigenen evangelischen Kirche, die am 8. Juli 1962 eingeweiht wurde.<\/p>\n<p>1999 ist die jahrhundertelange Verbindung von K\u00fcrzell und Schutterzell aufgel\u00f6st worden. Schutterzell wird nun von der Pfarrstelle in Ichenheim betreut. K\u00fcrzell teilt sich seither mit Mei\u00dfenheim den Pfarrer.<\/p>\n<p>Eigene evangelische Pfarrer in K\u00fcrzell gibt es ab 1780.<br \/>\n1780 Joh. Jak. Geyer<br \/>\n1786 Aug. Ferd. Hitzig<br \/>\n1794 Karl Fr. Fecht.<br \/>\n1802 Ernst Wilhelm<br \/>\n1805 Ernst Fr. Stie\u00df<br \/>\n1816 Phil. Wachs<br \/>\n1826 Karl Sevin<br \/>\n1833 Joh. Dell<br \/>\n1844 Georg Braun<br \/>\n1856 Adolf Armbruster<br \/>\n1862 Jakob Kienz<br \/>\n1867 Fr. Phl. Ried<br \/>\n1909 Heimo Lemme<br \/>\n1915 Fr. B\u00fchler, Vikar<br \/>\n1916 Albert Ehrle, Vikar<br \/>\n1917 Hugo M\u00fcnzel<br \/>\n1933 &#8211; 1949 Theodor Wilhelm Erhardt<br \/>\n1950-1955 Heribert Bartsch<br \/>\n1955-1969 Karl Frieder Bender<br \/>\n1969-1971 Otto V\u00f6lz<br \/>\n1972-1999 Erwin May<br \/>\n1999-2007 Georg Bauer (Pfarrer f\u00fcr K\u00fcrzell und Mei\u00dfenheim)<br \/>\nseit 2008 Heinz Adler (Pfarrer f\u00fcr K\u00fcrzell und Mei\u00dfenheim)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus einer Urkunde aus dem Jahr 1136 l\u00e4sst sich entnehmen, dass das Kloster Schuttern das Patronat \u00fcber die Kirche und einen Freihof mit vielen Liegenschaften in &#8222;Kirchcelle&#8220; innehatte. 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