{"id":370,"date":"2010-08-27T14:09:53","date_gmt":"2010-08-27T12:09:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ekimeissenheim.de\/?page_id=370"},"modified":"2010-08-27T17:06:16","modified_gmt":"2010-08-27T15:06:16","slug":"glocken-in-meisenheim","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ekimeissenheim.de\/?page_id=370","title":{"rendered":"Glocken in Mei\u00dfenheim"},"content":{"rendered":"<p>Ein hochinteressanter Beitrag von unserem Kirchengemeinderat Werner Stielau.<\/p>\n<h2>Die Kirchenglocken von Mei\u00dfenheim<br \/>\nVon Werner Stielau, Kirchengemeinderat, Oktober 2008<\/h2>\n<p>In der Teilungskarte des Geroldsecker Landes von 1277 ist Mei\u00dfenheim mit einer beachtlich gro\u00dfen Kirche dargestellt, die\u00a0 einen stattlichen Kirchturm aufweist. Sicherlich gab es auch ein dem entsprechendes Gel\u00e4ut. N\u00e4heres aus dieser Zeit ist, was die Glocken betrifft, leider nicht \u00fcberliefert.<br \/>\nDer erste Hinweis auf die Kirchenglocken \u00fcberhaupt erscheint im Jahr 1590 (Chronicon Meissenheimense). Der Chronist schreibt w\u00f6rtlich : <em>\u201cDen 13. Junij Samstag vor Trintatis hat man die grosse Glock hieher gebracht und gleich hinauff in den thurn gezogen hatt gewogen 14 \u00bd\u00a0 Centner 10. Pfundt\u00a0 hat bey dem glockengiesser Kostet 179 gulden, undt Kostet sie mit dem Zoll undt zu henkern in Allem anher den 200 gulden.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Vermutlich handelt es sich um eine neue Glocke, die f\u00fcr die 10 Jahre zuvor erbaute Kirche, also die Vorg\u00e4ngerkirche unserer jetzigen Kirche, angeschafft wurde.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Jahr 1670 erfahren wir, dass durch Pl\u00fcnderung eine Glocke ins Elsass gelangte. In diesen Jahren hat sich Ludwig der XIV nach und nach das ganze Elsass einverleibt, so wurde Stra\u00dfburg im Jahr 1681 besetzt. Vermutlich haben marodierende Soldaten auf unserer Rheinseite Beute gemacht. Im Zollgeb\u00e4ude von Schlettstadt ist die geraubte Glocke jedoch sichergestellt worden und konnte somit sp\u00e4ter nach Mei\u00dfenheim zur\u00fcck gebracht werden. Aus dem Schriftwechsel zwischen den St\u00e4dten Schlettstadt und Stra\u00dfburg kennen wir den franz\u00f6sischen Originaltext, er lautet:<\/p>\n<p><em>\u00ab\u00a0\u00a0Schlettstadt fait savoir que la gloche enlev\u00e9 par les soldats \u00e1 Meissenheim a \u00e9t\u00e9 mise en s\u00fbret\u00e9 dans le b\u00e2timent de la douane\u00a0\u00ab<\/em>(correspondance des autorit\u00e9s de Schlettstadt avec le magistrat\u00a0 de Strasbourg)<\/p>\n<p>Wie wir wissen, wurde die genannte Kirche von 1580 im Fr\u00fchjahr 1763 wegen Bauf\u00e4lligkeit und Enge, innerhalb 15 Tagen abgebrochen,\u00a0 anschlie\u00dfend wurde mit dem Neubau unserer heutigen Kirche begonnen.<\/p>\n<p>Bereits im Fr\u00fchjahr 1765 wurden zwei alte noch vorhandene Glocken, n\u00e4mlich die Kleine und die Mittlere, im neu entstehenden Kirchturm installiert. Der Bau\u00adfortschritt am Kirchenneubau hat dies rund zwei Jahre nach Baubeginn ganz offensichtlich zugelassen. Immerhin waren es ja noch eineinhalb Jahre bis zur Einweihung des Gotteshauses, welche am 28.10.1766 begangen wurde.<br \/>\nWir k\u00f6nnen annehmen, dass die gro\u00dfe Glocke von 1590 entweder in den Kriegs\u00adwirren des 30-j\u00e4hrigen Krieges (1618-1648) abhanden gekommen oder stark besch\u00e4digt oder einfach zu gro\u00df f\u00fcr den neuen Kirchturm war, wir wissen es nicht und k\u00f6nnen nur Vermutungen anstellen.<\/p>\n<p>Das damals aktuell vorhandene Gel\u00e4ut von zwei Glocken wurde n\u00e4mlich mit einer gro\u00dfen Glocke erg\u00e4nzt. Diese neue Glocke wurde 1765 in Stra\u00dfburg von Mattheus Edel gegossen. Das Gewicht betrug 731 Pfund, das entspricht 365 kg. Wir erfahren auch die zugeh\u00f6rigen Kosten: einschlie\u00dflich Zoll und Kahnfracht in den Ottenheimer Hafen (Gewann Pfuttenlohr) waren 582 Gulden, 8 Schilling und 3 Pfennig zu bezahlen. In den genannten Kosten waren auch das Zubeh\u00f6r mit Beschl\u00e4gen, Kl\u00f6ppel, das Joch und das Aufh\u00e4ngen enthalten. Wie alle gro\u00dfen Glocken hing auch diese in der Mitte des Glockenstuhls. Aus der Gewichtsangabe ist im Vergleich zur Glocke von 1590 festzustellen, dass die fr\u00fchere Glocke rund das doppelte Gewicht aufwies. Entsprechend gro\u00df und stabil musste daher auch der Glockenstuhl von 1580 gewesen sein.<br \/>\nIch schlie\u00dfe daraus, dass der damalige Turm wesentlich gedrungener und stabiler gegen\u00fcber unserem heutigen schlanken Kirchturm gewesen sein muss.<\/p>\n<p>Leider wissen wir ja \u00fcber diese Kirche sonst nur wenig. In der oben bereits erw\u00e4hnten Chronik\u00a0 erfahren wir von Pfarrer Storck, dass diese Kirche im Jahr 1580 in der Woche nach Pfingsten \u201egedeckt und ausgestrichen\u201c wurde. Im Jahr 1607 berichtet Pfarrer Schilher (Mei\u00dfenheimer Chronik) von Altar und Taufstein.<\/p>\n<p>1765 wurde eine weitere kleine und 1773 eine mittelgro\u00dfe Glocke von Edel in Stra\u00dfburg gegossen. Beide Glocken schm\u00fcckten Fr\u00fcchtegirlanden rings um den Glockenk\u00f6rper, auf dessen vorderen Fl\u00e4chen in rechteckiger ornamentierter Umrahmung die Namen der Gerichtspersonen (heute w\u00fcrde man B\u00fcrgermeister\/in und Gemeinderat sagen) eingepr\u00e4gt waren. Bauherr und Eigent\u00fcmer der Kirche war die politische Gemeinde. Erst im Jahr 1908 ist die Kirche in das Eigentum der Evang. Kirchengemeinde \u00fcbergegangen.<\/p>\n<p>Ganz offensichtlich war man mit den alten Glocken, die im Fr\u00fchjahr 1765 im Kirchenneubau aufgeh\u00e4ngt worden waren nicht mehr zu frieden, oder sie waren besch\u00e4digt. Wie bereits erw\u00e4hnt, waren auf der Glocke von 1765 die Namen des Orts-Gerichts eingegossen. Die identische Namensliste ist heute noch auf der Stuckkartusche an der westlichen\u00a0 Kircheninnenwand zu lesen. Der dortgenannte Andreas Hockenjos ist der Ur-Ur-Ur-Urgro\u00dfvater des Verfassers dieser Zeilen.<\/p>\n<p>Auf der Glocke von 1773 wurde die gleiche Namenliste jedoch aktualisiert wiedergegeben. Und neu ist, dass auch Pfarrer Lenz genannt wird. Auf diesen beiden Glocken war auch der Ring als Ortszeichen von Mei\u00dfenheim eingegossen. Vor und nach dem Ring die Buchstaben M und H, so dass, wie auf den Gemarkungssteinen heute noch,\u00a0\u00a0 \u201eMOH\u201c zu lesen war.<\/p>\n<p>Diese beiden Glocken, also die Kleine und die Mittlere, mussten im Ersten Weltkrieg abgeliefert werden. Sie waren f\u00fcr immer verloren und wurden 1922 durch neue Glocken aus der Gie\u00dferei Bachert in Karlsruhe ersetzt.<\/p>\n<p>Die Lahrer Zeitung vom 28. M\u00e4rz 1922 berichtete dar\u00fcber in der damaligen Schreibweise wie folgt : \u201e<strong>Meissenheim, 27. M\u00e4rz.<\/strong> <em>Am letzten Freitag mittags 1 Uhr setzte sich ein stattlicher Zug nach dem Bahnhof Friesenheim in Bewegung, um die beiden neuen, von der Firma Bachert in Karlsruhe gegossenen Glocken in Empfang zu nehmen. Dem Zuge voraus ritten Reiter auf\u00a0 schmucken Rossen, denen der geschm\u00fcckte, mit vier Pferden bespannte Glockenwagen folgte. Den Schlu\u00df bildeten\u00a0 unsere dichtbesetzten Fuhrwerke. In Friesenheim angekommen, war das Verladegesch\u00e4ft bald beendigt und nachdem die Teilnehmer sich k\u00f6rperlich gest\u00e4rkt, machte sich der Zug wieder auf den Heimweg. Die Reiter verteilten sich vor und hinter dem Glockenwagen, einige bildeten den Schlu\u00df. Als der Zug von der Kirche aus in Sicht kam, erhob die zur\u00fcckgebliebene Glocke ihre klangvolle Stimme, um die neuankommenden Gef\u00e4hrtinnen zu begr\u00fc\u00dfen. Nach einer Rundfahrt durch das Dorf machte der Zug bei der Kirche halt; hier begr\u00fc\u00dften drei Klassen der Volksschule mit mehreren\u00a0 gut vorgetragenen Liedern die neuen Glocken; Herr Pfarrer Krapf hielt eine kurze entsprechende Ansprache. Dann bewegte sich der Zug durch s\u00e4mtliche Ortstra\u00dfen. Am Freitag mittag schon war ein Monteur der Firma Bachert\u00a0 zur Stelle und traf Vorkehrungen zum Aufh\u00e4ngen der Glocken. Am Samstag um 11 Uhr waren sie an ihrem luftigen Bestimmungsort aufgeh\u00e4ngt. Um halb 12 Uhr begab sich ein junges Brautpaar zur Kirche, wobei das neue sch\u00f6ne Gel\u00e4ute ihm als ersten das Geleite gab. Mittags wurde ein kurzes Probel\u00e4uten veranstaltet. Am Sonntag morgen rief die zur\u00fcckgebliebene Glocke die Einwohner zur Kirche. Nach einem entsprechendem Lied und Gebet hielt der Ortsgeistliche, Herr Krapf, eine\u00a0 zu Herzen gehende Ansprache, welche Ausklang in den Worten: \u201eSo klinget nun, ihr Glocken,\u201c worauf die Glocken in Bewegung gesetzt wurden. W\u00e4hrend sie ihre feierlichen T\u00f6ne erschallen lie\u00dfen, sang die Gemeinde stehend das Lied: \u201eGro\u00dfer Gott wir loben Dich!\u201c Unterdessen begab sich Herr Pfarrer Krapf auf die Kanzel und w\u00e4hlte als Festtext die Inschrift der einen Glocke: \u201eFriede auf Erden.\u201c Es folgte eine tiefdurchdachte, Herz und Sinn erhebende Predigt. Mittags wurde zirka eine Stunde mit kurzen Unterbrechungen gel\u00e4utet. Am Abend fand in der Kirche eine erhebende Nachfeier statt, die eingeleitet wurde durch den Vortrag zweier sch\u00f6ner, von Herrn Oberlehrer Hartmann und Herrn Hauptlehrer Maag einge\u00fcbter Lieder durch die oberen Klassen der Volksschule. Volkssch\u00fcler trugen sodann passende Gedichte vor, auch Abschnitte aus Schillers Glocke. Herr Pfarrer Krapf hielt nach jedem Vortrag eine erl\u00e4uternde Ansprache. Hierauf sang die Gemeinde\u00a0 einen passenden Choral. Auch der hiesige M\u00e4nnergesangverein unter Leitung seines bew\u00e4hrten Herrn Dirigenten K\u00f6bele aus Lahr trug durch Vortrag von zwei sehr gut einge\u00fcbten Liedern wesentlich zur Versch\u00f6nerung der Feier bei. Ein Gebet, Gesang der ganzen Gemeinde und Segen bildeten den Schlu\u00df der erhebenden Feier, die allen Teilnehmern\u00a0 im Ged\u00e4chtnis bleiben wird. Erw\u00e4hnt sei noch, dass Herr Gemeinderechner Fischer ein selbstverfa\u00dftes Gedicht vortrug, das beif\u00e4llig aufgenommen wurde.\u201c<\/em><br \/>\nSoweit der Bericht der Lahrer Zeitung.<\/p>\n<p>Der vertraglich festgesetzte Gesamtpreis f\u00fcr diese beiden Glocken von 25.000 Mark erh\u00f6hte sich in Folge der rasanten Inflation ( Lohn- und Material) auf 39.058 Mark. Die Firma Bachert hatte im Vertrag eine Preisgleitklausel vorgesehen. Noch im M\u00e4rz 1921 sch\u00e4tzte Pfarrer Kraft, in einem Bittbrief an die pol. Gemeinde um einen Zuschuss, die Materialkosten auf 20.000 Mark, die im Voraus zu zahlen waren. Durch eine kirchliche Haussammlung am 6. M\u00e4rz 1921 waren 7957 Mark zusammen gekommen, zuvor hatte man bereits 3500 Mark gesammelt.\u00a0 Die gr\u00f6\u00dfere dieser beiden Glocken, also vom Gesamtgel\u00e4ute die Mittelgro\u00dfe, trug als Bildschmuck ein aufrechtes Schwert, \u00fcber dessen Knauf zwei Palmzweige gekreuzt waren. (siehe auch Foto kleine Glocke von 1922). Darunter die Inschrift: \u201e Im Kriege als Opfer dargebracht, bin ich durch Opfer neu erwacht\u201c. Wie wir nachher sehen werden, wurde diese Glocke jedoch erneut eingeschmolzen. Das vervollst\u00e4ndigte Gel\u00e4ut von 1922 ergab mit der gro\u00dfen Glocke den vollt\u00f6nenden Dreiklang f-a-c. Dies blieb so bis zum zweiten Weltkrieg. Die gro\u00dfe Glocke von 1765 wurde 1906 von Bachert umgegossen und trug die Inschrift: \u201c Land, Land, Land h\u00f6re des Herrn Wort\u201c, Jeremia 22.29<\/p>\n<p>Der Durchmesser betrug 110 cm, der Grundton fis. Auch waren die Namen des Pfarrers (Hafenreffer) und des Kirchen\u00adgemeinderates eingepr\u00e4gt. Wie aus einem Schreiben vom 16. September 1917 hervorgeht, geh\u00f6rte diese Glocke der Evang. Kirchengemeinde. W\u00f6rtlich hei\u00dft es dort: \u201e Die Glocke tr\u00e4gt am oberen Rand einen Eichenlaubkranz und ist auf der einen Seite geziert mit dem Brustbild Gro\u00dfherzog Friedrich I von Baden (relief) das von zwei Eichenlaubzweigen eingefasst ist und die Unterschrift tr\u00e4gt Gro\u00dfherzog Friedrich von Baden\u201c. Obwohl die Kirche wie oben berichtet erst 1908 in das Eigentum der Kirchengemeinde \u00fcberging, war die Kirchengemeinde trotzdem Eigent\u00fcmer der Glocke von 1906.<\/p>\n<p>Wie wir heute wissen hat man sich damals erfolgreich gegen die Ablieferung dieser Glocke gewehrt, die anderen beiden waren da ja bereits beschlagnahmt worden. W\u00e4hrend des zweiten Weltkrieges wurde diese gro\u00dfe Glocke von 1906 und die mittelgro\u00dfe von 1922 f\u00fcr R\u00fcstungszwecke abgenommen und eingeschmolzen. An dieser Stelle sei auch erw\u00e4hnt, dass bereits im ersten Weltkrieg die original silbermannschen Prospektpfeifen (39 St\u00fcck) f\u00fcr R\u00fcstungszwecke konfisziert worden waren.<br \/>\nErst im Jahr 1949 konnte das Gel\u00e4ut unserer Kirche wieder vervollst\u00e4ndigt werden.<\/p>\n<p>Zeitzeugen haben von dem gro\u00dfen Ereignis von 1949 berichtet, als unter dem Kommando von B\u00fcrgermeister Ernst L\u00f6ffel und Zimmerer Heinrich Luick die neuen Glocken mit Hilfe von Auslegerger\u00fcsten und Flaschenz\u00fcgen am Kirchturm hochgezogen und im Glockenstuhl eingebaut wurden.<br \/>\nAnfang der 1960 Jahre wurden elektrische L\u00e4utemotoren angeschafft, dazu sp\u00e4ter auch noch eine elektronische Steuerung, so dass das Glockenl\u00e4uten von Hand mit Hilfe langer Glockenseile seitdem nicht mehr notwendig bzw. m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Renovierungs\u00adarbeiten des Kircheninnenraumes 2003 wurde in der L\u00e4utekammer ein neues Schalttableau eingebaut. Vorsorglich wurde ein Schalter f\u00fcr eine 4. Glocke vorgesehen. Vielleicht findet sich mal ein Stifter f\u00fcr eine vierte Glocke.<\/p>\n<p>Die kleine und heute \u00e4lteste Glocke h\u00e4ngt in Richtung Norden und stammt aus der Gie\u00dferei Bachert in Karlsruhe, Datum 1922, die Inschrift lautet: \u201cFRIEDE AUF ERDEN\u201c; die Mittelgro\u00dfe h\u00e4ngt Richtung S\u00fcden und stammt aus der Gie\u00dferei Rincker in Sinn, Datum 1590+1949, die Inschrift lautet: \u201eEHRE SEI GOTT IN DER H\u00d6HE\u201c.<br \/>\nDie Gro\u00dfe Glocke in der Mitte des Glockenstuhls stammt ebenfalls aus der Gie\u00dferei Rincker in Sinn, Datum 1590+1949, die Inschrift lautet: \u201eLAND, LAND, LAND H\u00d6RE DES HERRN WORT\u201c. Der Sitz der Firma Rincker ist im Mittelhessischen, nordwestlich von Frankfurt.<\/p>\n<p>Die Jahreszahlen 1590 auf beiden letztgenannten Glocken und die Inschrift der gro\u00dfen Glocke sind 1949 in Erinnerung\u00a0 und Wertsch\u00e4tzung an die historischen Glocken gew\u00e4hlt worden.\u00a0 Wie aus vorstehender Schilderung hervorgeht, ist die Jahreszahl 1590 auf der gro\u00dfen Glocke allein nicht ganz richtig. Der wirkliche zeitliche Bezug zu der Vorg\u00e4ngerglocke h\u00e4tte 1590, 1765, und 1906 hei\u00dfen m\u00fcssen. F\u00fcr die mittlere Glocke sind die richtigen Jahreszahlen 1773,1922,1949 und f\u00fcr die kleine Glocke 1765,1922.<\/p>\n<p>Im Jahr 2007 wurde der Glockenstuhl ert\u00fcchtigt. Hierzu wurden die Schraubverbindungen an den bereits fr\u00fcher eingebauten Knotenblechen nachgezogen und die Holzverbindungen mit Keilen stabilisiert. Die Firma Schneider (Schonach)\u00a0 hat im gleichen Jahr eine neue Motorsteuerung eingebaut. Damit kann die Auslenkung und das Anfahren der L\u00e4utemotoren gesteuert werden.<\/p>\n<p>Laut Glockenexperten w\u00e4re es w\u00fcnschenswert die vorhandenen Stahljoche durch Holzjoche zu ersetzen. Die Schwingungs\u00fcbertragung w\u00fcrde dadurch ged\u00e4mpft und der Glockenstuhl in G\u00e4nze nicht so beansprucht, das Gel\u00e4ute weicher. Diese aufw\u00e4ndige Ma\u00dfnahme sollte bald umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Quellen: Heimatbuch Mei\u00dfenheim ;\u00a0 Chronicon Meissenheimense ;\u00a0 Pfarramtarchiv ; Mei\u00dfenheim Bilder und Texte aus vergangenen Tagen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein hochinteressanter Beitrag von unserem Kirchengemeinderat Werner Stielau. Die Kirchenglocken von Mei\u00dfenheim Von Werner Stielau, Kirchengemeinderat, Oktober 2008 In der Teilungskarte des Geroldsecker Landes von 1277 ist Mei\u00dfenheim mit einer beachtlich gro\u00dfen Kirche dargestellt, die\u00a0 einen stattlichen Kirchturm aufweist. 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