{"id":3,"date":"2010-08-26T13:09:29","date_gmt":"2010-08-26T11:09:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ekimeissenheim.de\/?page_id=3"},"modified":"2011-02-12T20:27:58","modified_gmt":"2011-02-12T18:27:58","slug":"zur-geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-meisenheim","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ekimeissenheim.de\/?page_id=3","title":{"rendered":"Zur Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Mei\u00dfenheim"},"content":{"rendered":"<p>Die Gemeinde Mei\u00dfenheim wird erstmals 1267 urkundlich erw\u00e4hnt. Erste Siedlungsspuren gehen jedoch bis in die mittlere Bronzezeit zur\u00fcck. So wurde um 1900 ein Bronzeschwert aus der Zeit von 1400 vor Christus gefunden.<br \/>\nDer Ortsname Mei\u00dfenheim wird als &#8222;Heim des Remigius&#8220; (Remigius, Bischof von Reims) gedeutet. Das Dorf wurde 1464 von der Adelsfamilie Wurmser aus Vendenheim (nahe Stra\u00dfburg) k\u00e4uflich erworben.<br \/>\nErst 1805 wurde Mei\u00dfenheim in Folge der napoleonischen Kriege in das badische Gro\u00dfherzogtum eingegliedert.<br \/>\nDie Einf\u00fchrung des Christentums geht auf das 7. Jahrhundert zur\u00fcck, als in Schuttern das Benediktinerkloster gegr\u00fcndet wurde. Die Reformation wurde in Mei\u00dfenheim vermutlich um das Jahr 1533 eingef\u00fchrt. Bis in die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg war das Dorf nahezu rein evangelisch.<\/p>\n<p>Die jetzige Kirche ist sicherlich die dritte Kirche am selben Standort, vermutlich sogar die vierte. Die Vorg\u00e4ngerkirche wurde um 1580 erbaut und 1763 wegen Enge und Bauf\u00e4lligkeit abgebrochen. In dreij\u00e4hriger Bauzeit entstand unser heutiges barockes Gotteshaus, das am 28. Oktober 1766 dem dreieinigen Gott geweiht wurde. Die Turminschrift &#8222;DEO TRIUNI 1766&#8220; erinnert den Betrachter an dieses f\u00fcr Mei\u00dfenheim gro\u00dfartige Ereignis.<br \/>\nDie damaligen Einwohner haben durch Fron- und Handlangerdienste sowie Geldzahlungen zum pr\u00e4chtigen Neubau beigetragen. Dieses Vorhaben war Aufgabe der ganzen Gemeinde und wurde unter dem Amtsschulthei\u00dfen Christmann Fischer als Organisator vorangetrieben. Inwieweit die els\u00e4ssischen Grundherren zur Finanzierung beigetragen haben ist nicht \u00fcberliefert. Sie waren aber sicherlich bei der Auswahl der beauftragten K\u00fcnstler ma\u00dfgeblich beteiligt.<br \/>\nBaumeister war der aus Tirol stammende Michael Schn\u00f6ller, ans\u00e4ssig in Drusenheim im Elsa\u00df. Die Gem\u00e4lde an den Emporebr\u00fcstungen sind vom Baden-Badener K\u00fcnstler Sebastian Gretter gearbeitet worden. An der Turmempore ist die Geschichte der Kindheit Jesu und sein Anfangswirken dargestellt. Die Passionsgeschichte ist an der gegen\u00fcberliegenden Orgelempore malerisch dargestellt. Das k\u00fcnstlerisch wertvolle Deckengem\u00e4lde stammt von dem Tiroler Maler Johann Pfunner und zeigt die Himmelfahrt Christi.<br \/>\nKanzel und Altar stammen von dem schw\u00e4bischen K\u00fcnstler Christian Eitel, der damals in Stra\u00dfburg wohnte. Beide sind in reichverziertem Stuckmarmor gefertigt und teilweise vergoldet. Eitel hat auch die wandf\u00fcllenden Rokokokartuschen an den L\u00e4ngsw\u00e4nden geschaffen. Sie zeigen in den beiden Erinnerungsschildern zum einen die Namen der damaligen Pfarrer und des so genannten Gemeindegerichtes, die dritte Kartusche zeigt das Wappen des Adlesgeschlechts der Wurmser.<br \/>\nDer wertvollste Ausstattungsgegenstand der Mei\u00dfenheimer Kirche ist jedoch zweifellos unsere weitbekannte Orgel. Sie steht, wie das ganze Kirchengeb\u00e4ude unter Denkmalschutz.<br \/>\nZehn Jahre nach der Einweihung der Kirche, also im Jahr 1776, konnte die von Johann Andreas Silbermann geschaffene Orgel mit damals 13 Registern auf der &#8211; eigens daf\u00fcr geschaffenen &#8211; Orgelempore aufgebaut werden. Erst dadurch hat der Kirchenraum mit der reichen barocken Ausstattung seine Ausgeglichenheit und seine gelungene architektonische Vollendung erhalten.<br \/>\nIm Bewu\u00dftsein der wertvollen Substanz wurden alle vergangenen Renovierungen so behutsam ausgef\u00fchrt, dass der urspr\u00fcngliche Charakter der Kirche bewahrt wurde. Die letzte Renovierung wurde notwendig, nachdem der Orkan &#8222;Lothar&#8220; am 26. Dez. 1999 erhebliche Sch\u00e4den angerichtet hatte. Viele Geldspenden und die Anteilnahme des ganzen Dorfes an der 2003 beendeten kostspieligen Renovierung zeugen von der gro\u00dfen Verbundenheit der Bev\u00f6lkerung mit der Kirche. Mei\u00dfenheims Einwohner, damals wie heute, sind stolz auf ihre Kirche, die man mit Recht als barockes Kleinod in der oberrheinischen Region bezeichnen kann.<\/p>\n<p>Evangelische Pfarrer gibt es in Mei\u00dfenheim seit Einf\u00fchrung der Reformation 1533. Der erste Pfarrer war Johann Stork.<br \/>\nAb 1900 waren als Pfarrer in Mei\u00dfenheim t\u00e4tig:<br \/>\n1891 Adolf Hafenreffer<br \/>\n1908 Oskar Stephan (Pfarrverwalter)<br \/>\n1908 Adolf Bernert (Pfarrverwalter)<br \/>\n1909 Ed. Nickles<br \/>\n1918 Missionar Fies (Pfarrverwalter)<br \/>\n1919 Walter Krapf<br \/>\n1927 Alb. Kramer<br \/>\n1935 Georg D\u00f6rsam<br \/>\n1939 Chr. Kraft<br \/>\n1944 G. K\u00f6hler<br \/>\n1952 Traugott J\u00e4ger<br \/>\n1962 Gerhard Hof<br \/>\n1978 Dr. Martin Schneider<br \/>\n1987 Hans Rudolf Pfisterer<br \/>\n1999 Georg Bauer<br \/>\nseit 2008 Heinz Adler<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gemeinde Mei\u00dfenheim wird erstmals 1267 urkundlich erw\u00e4hnt. 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